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Smarte Automatisierung

 

Die Industrie setzt verstärkt auf die Digitalisierung aller dort stattfindenden Prozesse. Konkrete Auswirkungen hat dieses Bestreben in Form einer »Smarten Automatisierung«.  Um dieses Ziel am Markt zu etablieren, setzt die Festo-Unternehmensgruppe auf die  Digitalisierung in der elektrischen Automatisierung.

 

Im Zuge der Digitalisierung beabsichtigt die Esslinger Unternehmensgruppe Festo,  den bisherigen Ruf als einer der weltweit führender Anbieter von Pneumatik-Geräten und technischer Bildung zu erweitern durch elektronische Automatisierungstechnik. Diesbezüglich will sich Festo mit Produkten und Services auf die smarte Produktion ausrichten. Dabei setzt das Unternehmen auch auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen.

Das gesteckte Ziel ist ehrgeizig: Festo will Kunden und Mitarbeiter in die digitale Zukunft begleiten. Dass geht aus einer Medienmitteilung hervor. Darin heißt es: »Dafür entwickelt das Unternehmen neue zukunftsweisende Konzepte, die auf den Dreiklang von innovativen und energieeffizienten Technologien, intuitiver Mensch-Maschine-Kollaboration sowie Aus- und Weiterbildung setzen.« Dieser sogenannte Dreiklang wurde von Festo Ende November 2018 auf der Fachmesse SPS IPC Drives in Nürnberg vorgestellt.

 

Digitalisierung und Industrie 4.0 – smarte Produkte für die Zukunft

 

Erst durch selbstorganisierende Komponenten werden Produktionsanlagen richtig flexibel und damit den ständig wechselnden Anforderungen gerecht. Durchgängige Standards, Normen und Schnittstellen, wie die gemeinsame Schnittstelle OPC-UA schaffen die Voraussetzung für smarte Produkte im Sinne von »Plug-and-Produce« und Industrie 4.0. Diese universelle Kommunikationsschnittstelle hat Festo auch in zahlreiche Komponenten der elektrischen Antriebstechnik eingebaut, z. B. in der modularen Steuerungsplattform CPX-E, dem flexiblen Transportsystem MCS (Multi-Carrier-System) und in Robotersteuerungen.

Neben der Integration in übergeordnete Systeme spielt die Datensammlung und Auswertung eine wichtige Rolle. Diesbezüglich setzt Festo u. a. auf die Einbindung von künstlicher Intelligenz. Die dazu erforderliche Kompetenz will Festo durch den im April 2018 erfolgten Kauf der Resolto Informatik GmbH weiter ausgebauen. Resolto hat eine Softwarelösung entwickelt, die Daten in Echtzeit analysiert, interpretiert und dabei Anomalien erkennt und meldet. Zudem lernt das System durch die permanente Datenanalyse kontinuierlich dazu und erweitert seine Wissensbasis. Durch dieses maschinelle Lernen ist ein intelligentes Prozess-Monitoring möglich.

Über die Möglichkeiten solcher Funktionalität informierte Festo die Messebesucher, die am Stand von Festo Softwarelösung live erleben konnten. In Kombination mit der neuen modularen Steuerung CPX-E-CEC und des neuen Servoantriebreglers CMMT-AS ist eine Überwachung in Echtzeit möglich. Die vorgestellte Anwendung zeigt die Detektion fehlerhafter Batterien. Ein Handling-Portal hebt die Batterien an. Die Resolto-Monitoring-Software überwacht die Motorströme und Positionswerte der Achse. Treten hierbei Anomalien auf, z. B. wenn das Handlinggerät ein falsches Batterieformat greift, wird eine Meldung erstellt.

Die Datensammlung und Überwachung kann durch die intelligente Softwarelösung entweder, wie beim Batterie-Handling, komponentennah stattfinden oder über das IoT-Gateway CPX-IoT in der Festo Cloud erfolgen. Es verbindet Komponenten und Module aus der Feldebene, beispielsweise Handling-Systeme oder elektrische Antriebe, über eine OPC-UA-Schnittstelle mit der Festo Cloud.

Die durchgängige Connectivity von Werkstück und Mechanik bis in die Cloud stellte Festo anhand einer modularen Produktionsanlage für individualisierbare USB-Sticks vor. Diese Systemlösung zeigte den Verbund aller Engineering-Tools des Esslinger Unternehmens– rund um die neue Automation Suite sowie Komponenten und Lösungen in Hardware und Software. Die Besucher konnten zum Abschluss der Vorführung ihren persönlichen USB-Stick, mit ihrem Namen und Bild versehen, als Messesouvenir mit nach Hause nehmen.

 

Mensch-Maschine-Kollaboration der Zukunft

 

Lernfähige Systeme mit künstlicher Intelligenz und Roboter, die Hand in Hand mit dem Menschen zusammenarbeiten spielen eine zentrale Rolle bei der Produktion von Losgröße 1, dem Trend zur Individualisierung der Produkte. Festo bietet mit dem Bionic-Workplace ein bislang einzigartiges Konzept für die Mensch-Maschine-Kollaboration in der Produktion der Zukunft. In diesem arbeitet der bionische Roboterarm BionicCobot mit zahlreichen Assistenzsystemen und Peripheriegeräten zusammen, die miteinander vernetzt sind und untereinander kommunizieren. Gleichzeitig machen künstliche Intelligenz und Machine-Learning-Methoden den Bionic-Workplace zu einem lernenden und antizipativen System, das sich kontinuierlich selbst optimiert. Wie feinfühlig und flexibel die Mensch-Roboter-Kollaboration mit dem Bionic-Cobot funktioniert, wurde den Messebesuchern ebenfalls vorgestellt.

 

Qualifikation für Industrie 4.0

 

Zu den Exponaten auf dem Messestand gehörten auch das Engagement von Festo Didactic und deren neuestes Bildungsangebot im Bereich Automatisierungstechnik. Immer intelligentere Anlagen und flexible Produktionsprozesse erfordern eine neue Qualifizierung der Mitarbeiter zur Bedienung der digitalen und intelligenten Anlagen. Für die praxisnahe Wissensvermittlung hat Festo Didactic beispielsweise die cyberphysische Lernplattform »CP Factory« entwickelt. Die Plattform bildet die Stationen und Prozesse einer realen Produktionsanlage in Form einer Lernfabrik ab. Ergänzend hierzu bietet Festo Didactic auch viele Trainingsangebote für die Weiterbildung der Mitarbeiter an.

Seit über 60 Jahren ist das 1925 gegründete unabhängige Familienunternehmen mit Sitz in Esslingen a.N. Impulsgeber in der Automatisierung und hat sich mit einem einzigartigen Angebot zum Weltmarktführer in der technischen Aus- und Weiterbildung entwickelt. Neben der pneumatischen Antriebstechnik ist Festo bereits seit über 20 Jahren auch in der elektrischen Automatisierung sehr erfolgreich unterwegs.

Quelle: Festo AG & Co. KG   www.festo.com  Bearbeitung: Wolfgang Klinker Klinker@industry-focus.info

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CP Factory

Qualifikation für Industrie 4.0: Festo Didactic bietet mit der CP Factory eine cyber-physische Lern- und Forschungsplattform. Die Plattform bildet die Stationen einer realen Produktionsanlage modellhaft ab.

Automation system CPX-E

Die neue modulare Steuerungsplattform CPX-E.

CPX-IoT-Gateway

CPX-IoT-Gateway

BionicWorkplace

Im BionicWorkplace arbeitet der Mensch mit einem Roboterarm sowie zahlreichen Assistenzsystemen zusammen, die miteinander vernetzt sind. Foto: Festo Didactic SE

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