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Herr Dietel, welche Punkte könnten noch bedeutsam sein?

Dietel: Nach meiner Einschätzung ist in der öffentlichen Wahrnehmung das Thema Mobile Arbeitsmaschinen bisher zu kurz gekommen. Der Schwerpunkt der Diskussionen lag immer auf den Themen Emissionen und Abgasnachbehandlung, was sicherlich nicht unbedeutend ist, aber auch nicht alles aussagen kann. Ich glaube, dass man gerade die Themen Emissionen und Abgasnachbehandlung inzwischen gut in den Griff bekommen hat und in den nächsten zwei bis drei Jahren kein zusätzlicher Klärungsbedarf ansteht. Die Firma STW hat sich in den letzten Jahren einen guten Ruf erworben im Themenbereich »Mobile Arbeitsmaschinen«. Wir konnten recht gut darstellen, was in der Automatisierung moderner mobiler Arbeitsmaschinen möglich ist. Solche Themen werden uns sicherlich voran bringen. Mit unserem Systemansatz sind wir auf der richtigen Schiene unterwegs.

Die Diskussion über Abgase und Abgasnachbehandlung unterstreicht ja, dass Umweltfragen eine wichtige Rolle spielen. Wenn man nun die Automatisierung mobiler Arbeitsmaschinen vergleicht relativ hektisch oder hysterisch geführten Diskussion über die Elektromobilität, sieht man, dass die Motivation doch anders ist.

Dietel: Es ist zutreffend, dass die Umweltdiskussion eine große Bedeutung und auch Berechtigung hat. Der Abgasfrage konnte sich niemand entziehen, aber zukünftig werden andere Themen im Vordergrund sein. Wie Herr Wiedemann schon anführte, ist die Elektromobilität ein Thema, dass nicht durch die innere Technik eines Fahrzeugs alleine bestimmt wird. Vielmehr sind Fragen der Energieverfügbarkeit und Energieverteilung mindestens gleichberechtigt zu berücksichtigen.

Welche Akzente spielen bei der Mobilen Automation eine zunehmende Rolle?

Dietel: Eigentlich ist die Gerätetechnik schon sehr weit gediehen. Aber die Effizienz bleibt in der Schwebe, Heutzutage müssen landwirtschaftliche Prozesse hinsichtlich ihrer Ertragslage und der Wirtschaftlichkeit überdacht werden. Die Weltbevölkerung steigt unaufhörlich, und die Ernährung muss damit Schritt halten. Deshalb sind die Großen der Landwirtschaftstechnik wie Fendt und John Deere darauf konzentriert, dass die Landwirte mit ihren Maschinen und Gerätschaften aus jedem Quadratmeter Ackerfläche mehr heraus holen können als früher. Die für die mobile Automation relevanten Techniken, insbesondere die Hydraulik und die Elektrotechnik, tragen entscheidend dazu bei, dass neue Prozesse auf den Acker gebracht werden können. Solche neuen Prozesse tragen dazu bei, dass die Ertragssteigerung möglich wird.

Sind solche Bemühungen eher national oder international zu beobachten?

Dietel: Das findet alles im internationalen Umfeld statt. Da gehen amerikanische Unternehmen ebenso engagiert zu Werke, wie deutsche, französische, holländische oder auch italienische Firmen. Man darf ja dieses Thema nicht alleine auf Traktoren oder Zugmaschinen reduzieren, sondern muss die Vielfalt der Erntemaschinen ebenfalls berücksichtigen.

Sind dennoch eher multinationale Konzerne mit ihren vielfältigen internationalen Residenzen im Vordergrund oder doch nahezu jeder Hersteller »around the globe«?

Wiedemann: Sicherlich stehen die globalen Konzerne ganz vorne in der Reihe, z. B. John Deere. Aber auch Fendt ACGO ist sehr weit vorne dabei.

Kurze Zeit nach dem Seminar MobilTron findet mit der Agritechnica in Hannover eine wichtige Messe statt. Welche Erwartungen knüpft STW an diesen Event?

Wiedemann: Wir werden in diesem Jahr auf unserem Messestand keinen Traktor haben, der nimmt uns zu viel Platz weg. Wir werden aber unsere neuen Systeme präsentieren, vor allem die neuen Teleservice-Steuerungen. Des Weiteren werden die MELA-Maschinen zu sehen sein, denn mit den neuen 80-kW-Maschinen zeigen wir eine sehr kompakte Lösung. Ideen für die Form der Präsentationsform sind zwar vorhanden, aber wir müssen noch abklären, welche Details überhaupt realisiert werden können. Uns schwebt vor, eine »Datenkrake« zu verwenden, die von der Messwerterfassung bis zur Datenspeicherung alles Mögliche ausführt, was im Teleservice anfällt. Ich habe bereits an unsere Mitarbeiter appelliert, dass sie aktiv helfen sollen, um diese Präsentationsform tatsächlich zu nutzen. Einen Datenkraken könnt man ja auch als Schimpfwort auffassen, aber wir wollen eine freundliche und sympathische Variante finden und verwenden.

Herr Wiedemann, Herr Dietel, vielen Dank für das Gespräch

KONTAKT

Sensor-Technik Wiedemann GmbH

www.sensor-technik.de

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