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Metropole_Manila

Ansicht des »Kerns« der Megacity Manila. Abb.:Wikipedia

Strategie mit »Smart Water Package«

Die Versorgung mit Trinkwasser ist eine Grundvoraussetzung für das Leben. Das wurde in Deutschland zuletzt auch seitens des Bundesumweltministeriums (BMU) betont. Das BMU hat hierzu einen »Nationalen Wasserdialog« initiiert, durch den mit Zieldatum 2050 weniger zeitnahe Lösungen für aktuelle Herausforderungen der Wasserwirtschaft in den Fokus rücken als vielmehr der langfristige Schutz der Wasserressourcen. Aber die Trinkwasserversorgung ist eine wichtige aktuelle und deshalb auch eine reglementierte Aufgabe, d. h. dabei sind nationale und internationale Vorschriften und Regeln zu beachten. So führte beispielsweis die Weltgesundheitsorganisation Risikomanagementsysteme ein und entwickelte Vorgaben zur Überwachung von Trinkwasser, um das Risiko einer Verunreinigung bei der Gewinnung, Behandlung und Verteilung von Trinkwasser zu minimieren. Ein wirkungsvolles Qualitätsmanagementsystem sollte laut dieser Verordnung zudem ein Dokumentationsmanagementsystem, Strategien zur Überprüfung und Wartung von Messeinrichtungen beinhalten. Dazu ist jedoch ein hohes Maß an Automatisierung und Online-Instrumentierung erforderlich.

Hierzu führt Dr. Jagiella an, dass zur Einhaltung gesetzlicher Auflagen neue moderne Messgeräte benötigt werden, welche die Effizienz verbessern oder die Planungsprozesse verschlanken sollen. »Die Innovationen von E+H sind darauf ausgerichtet, die Prozesse und Produkte der Kunden zu verbessern,« sagt Dr. Jagiella und verweist diesbezüglich auf mehr als 1.000 Patente von E+H im Bereich der Flüssigkeitsanalyse.

Ergänzend sagt er: »Wir haben unser gesamtes Messgeräteportfolio basierend auf diesen Erfahrungen entwickelt und dabei an die Bedürfnisse der Anwender angepasst. Dies gilt auch für unsere Lösungs- und Dienstleistungsangebote.«

Diese Einschätzung hat auch im internationalen Bereich Zustimmung gefunden, denn E+H wurde z. B. im Jahr 2018 für den international beachteten Branchenpreis Global Water Award 2018 in der Kategorie „Smart Water Company of the Year“ nominiert. Mit diesem Preis werden Unternehmen aus der Branche Wasser & Abwasser ausgezeichnet, die durch innovative Produkte und Lösungen die Industrie vorantreiben.

E+H überzeugte im Bereich »Digitalisierung im Wassersektor« unter anderem durch die Memosens- und Liquiline-Technologie, die den Messwert im Sensor digitalisiert und kontaktlos zum Messumformer überträgt.

Versorgungskonzepte für Smart Cities

Megacities mit zig-Millionen Einwohnern funktionieren nur noch in Form von »Smart Cities«. Wie kann die Prozessindustrie auf die ökologischen Infrastruktur-Anforderungen der extrem schnell wachsenden Millionenstädte reagieren? Immerhin sind die qualitativ hochwertige Wasserver- und Abwasserentsorgung Kernbestandteile einer kommunalen Daseinsvorsorge.

Das aufgrund der Demografie und der ökonomischen Konzentration global stattfindende schnelle Wachstum der Großstädte führt weltweit zur Entstehung von Megacities. Entsprechend einer Definition der Vereinten Nationen hat eine Megacity mindestens 10 Mio. Einwohner. Zukunftsplaner zählen - mit unterschiedlicher Betrachtungsweise - weltweit über 30 »Ballungszentren« zu den bereits existierenden Megacities, davon die größte Anzahl in Asien, gefolgt von Nord-, Mittel- und Südamerika sowie dem Rest der Welt. Technologisch betrachtet kennzeichnet heutzutage der Begriff »Smart City« solche Megacities, denn die vielfältigen und komplexen Funktionalitäten dieser Ballungszentren sind nur noch mithilfe modernster ITK-Techniken zu kombinieren und zu steuern. Aber eine »Smart City« erfordert nicht nur »intelligente Szenarien« für sich anbahnende gigantische Konzentrationen des Lebens und Wohnens, sondern auch funktionierende Infrastrukturen in den Versorgungs- und Entsorgungsbereichen.

Das betrifft konkret die Versorgung mit Lebensmitteln, mit Energie, sauberer Luft und Wasser sowie der Verfügbarkeit einer leistungsfähigen Infrastruktur zur Entsorgung (Abwässer und Abfälle). Solche Herausforderungen sind keine einzigartigen nationalen Ereignisse, sie be- und entstehen quasi in »ähnlicher Art« überall und weltweit. Daher stellt sich insbesondere für global aufgestellte Unternehmen der Prozessindustrie die Frage, wie auf diese neuen Anforderungen reagiert werden kann, und zwar auf allen Ebenen.

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Dr. Manfred Jagiella ist CEO der E+H Conducta und Vorstandsmitglied der E+H Gruppe. Foto: © Klinker

Zudem unterstreichen wichtige Kooperationen wie beispielsweise die Beteiligung an dem deutsch-chinesischen Forschungsprojekt »SEMIZENTRAL« den hohen Stellenwert der Analysestrategie von E+H. Das Verbundprojekt SEMIZENTRAL wurde 2015 initiiert als ein innovativer Ansatz zur Verbesserung der Wasserinfrastruktur von Megacities. Das wissenschaftlich begleitete Projekt ist der Entwicklung von ressourceneffizienten und flexiblen Ver- und Entsorgungsinfrastruktursystemen für schnell wachsende Städte der Zukunft gewidmet. Wie dazu von der projektbegleitenden TU Darmstadt mitgeteilt wurde ist die Wasserver- und -entsorgung für schnell wachsende Megacities eine enorme Herausforderung: Die Infrastruktur der Ver- und Entsorgung kann mit dem Wachstum der Megacities kaum Schritt halten, lokale Wasserressourcen sind begrenzt. Als Lösungsansatz wurde in SEMIZENTRAL ein Konzept entwickelt, welches die durch die Integration von Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Abfallbehandlung entstehenden beachtlichen Synergieeffekte nutzt, die sich wiederum durch Flexibilität, Anpassungsvermögen sowie Ressourceneffizienz auszeichnen. Die Konzeptionierung und Detailplanung erfolgten für ein semizentrales Resource Recovery Center (RRC) in Qingdao, China.

 

Zuverlässige Messtechnik für Wasserwerke und Kläranlagen

Die Technologieführerschaft und Innovationsstärke von E+H gerade im Bereich der Wasserwirtschaft ist durch sehr viele »Meilensteine« geprägt worden. »E+H hat ein nahezu komplettes Portfolio für die speziellen Anforderungen in der Wasser- und Abwasserwirtschaft

auf dem modernsten Stand der Technik entwickelt«, sagt Dr. Jagiella und verweist hierzu auf die besonderen messtechnischen Entwicklungen von E+H: »Zu den frühen E+H-Entwicklungen gehören beispielsweise die Grenzstandmessung mittels der Schwinggabel (1968) und die Einführung der Ultraschalltechnologie für die kontinuierliche berührungslose Füllstandmessung. Zu den neueren Entwicklungen gehören die Memosens-Technologie (2005), welche die Online-Analysesensoren revolutionierte, sowie die Ultraschall-Durchflussmessung im feuchten Biogas, die neben einer zuverlässigen Durchflussmessung auch den Methangehalt erfasst. Und nach der Heartbeat Technology für die Parameter Durchfluss, Füllstand, Temperatur und Analyse hat E+H zuletzt das weltweit erste selbst kalibrierende iTherm-TrustSens-Thermometer entwickelt und vorgestellt.«

Um den zuverlässigen Betrieb von Wasserwerken und Kläranlagen auch für Megacities zu ermöglichen, sind einerseits eine entsprechende Messtechnik und andererseits deren effizienter, anwendungsgerechter Einsatz essentiell. »E+H bietet hierzu übergreifende Instrumentierungskonzepte an«, sagt Dr. Jagiella, »wobei die  Plattform-Technologien wie z. B. Proline (Durchfluss), Liquiline (Analyse) und Cerabar (Druck) den Anlagenbetreibern viele Vorteile bieten, u. z. sowohl für Planer, Systemintegratoren, Betreiber und das Servicepersonal.«

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