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Roboter-Experiment aus dem All – Über das Fotschungsprojekt »SUPVIS Justin« zwischen ISS und Oberpfaffenhofen

 

Ende August 2017 konnte ESA-Astronaut Paolo Nespoli auf der ISS-Station den humanoiden Roboter Rollin' Justin zum ersten Mal als intelligenten Assistenten einsetzen. Mit Hilfe dieser Technologie könnte man bei zukünftigen Marsmissionen zum Beispiel Reparaturen durch Roboter ausführen lassen.

Der italienische Astronaut steuerte ausgehend von dem Außenposten im All den in Oberpfaffenhofen bei München befindlichen Roboter Justin. Anders als in der Kontur-2-Mission wurde dabei keine direkte Fernsteuerung eingesetzt, sondern die künstliche Intelligenz des Roboters genutzt, um komplexe Aufgaben teilautonom auszuführen. Das bedeutet, dass Nespoli den Roboter nicht dauerhaft aktiv steuerte, ihn aber bei der Lösung der Aufgabe anleitete.

 

Angeleitet aus dem All

 

Dieses Szenario ist stellvertretend für zukünftige Explorationsszenarien, in denen ganze Flotten von Robotern die Landung bemannter Marsmissionen vorbereiten sollen. Dabei hat der Astronaut lediglich einen Tablet-PC, mit dem er den Roboter wie einen Kollegen instruieren kann. Der Roboter selbst ist mit den notwendigen Fähigkeiten ausgestattet, um komplexe Befehle zu interpretieren und umzusetzen. Auf das Kommando »Inspiziere das Solarpanel« reagiert der Roboter beispielsweise mit einer geschickten Abfolge von Aktionen und präsentiert dem Astronauten anschließend die Informationen der Anlage vollkommen selbstständig. Der Astronaut kann so die Solarfarm am Institut für Robotik und Mechatronik warten, ohne dabei selbst vor Ort zu sein. Justin ist damit der erste Roboter, der mittels künstlicher Intelligenz eine wahre Stütze für Astronauten darstellt.

 

Das SUPVIS Justin Experiment ist Teil der Multi-purpose End To End Robotic Operations Network (METERON) Mission und wird noch bis zum Jahr 2018 fortgeführt. Dann soll auch der deutsche Astronaut Alexander Gerst zusammen mit Rollin' Justin für zukünftige Marsmissionen trainieren.

 

KONTAKT: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumgahrt (DLR)

www.dlr.de

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Quelle von Text und Fotos: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR

Preisgekrönter Medizinroboter

 

Mitte Oktober 2017 wurde der »Manfred-Fuchs-Preis« einer Entwicklung aus dem Bereich Robotik und Mechatronik am Deutschen Zentrum für Luft-und Raumfahrt (DLR) zuerkannt: Mit dem Chirurgieroboter MIRO gewannen die Wissenschaftler Dr. Ulrich Hagn und das DLR MiroSurge Team den Preis, der von der Gesellschaft von Freunden des DLR ausgelobt wird.

Seit mehr als 30 Jahren fördert die Gesellschaft von Freunden des DLR e.V. - kurz »Freundesgesellschaft« - die wissenschaftlichen Aufgaben des DLR. Der »Manfred-Fuchs-Preis« wird jährlich für eine herausragende wissenschaftliche Leistung, deren Technologie auch für einen Transfer in die Industrie geeignet ist, verliehen.

»Der MIRO-Chirurgieroboter ist ein hervorragender Beweis dafür, wie Entwicklungen aus der Raumfahrt zu gesellschaftlich und wirtschaftlich relevanten Ergebnissen führen. Die Lizenzierung dieser Technologie hat zu einer der größten Lizenzeinnahmen in der Geschichte des DLR sowie zur Schaffung von Hightech-Arbeitsplätzen in Deutschland geführt«, betonte Professor Alin Albu-Schäffer, Direktor des Instituts für Robotik und Mechatronik.

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Mensch und Maschine in der Medizin

Der Chirurg sitzt an der Konsole - drei und mehr Roboterarme setzen seine Kommandos mit höchster Präzision am Patienten um, führen feinfühlig exakte Schnitte aus oder vernähen mit MIRO auf kleinstem Raum durchtrennte Adern. MIRO ist die zweite Generation der am Institut für Robotik und Mechatronik entwickelten, vielseitig einsetzbaren Roboterarme für medizinische Anwendungen. Er wurde im Rahmen eines vom Helmholtz-Validierungsfonds und dem DLR Technologiemarketing unterstützten Innovationsprojektes weiter entwickelt, validiert und transferiert. Durch das geringe Eigengewichts von 10 kg und der mit einem menschlichen Arm vergleichbaren Größe kann MIRO einem Chirurgen direkt am Operationstisch assistieren, und zwar dort, wo Platz in der Regel knapp ist. Die Bandbreite an möglichen Anwendungen dieses Roboterarms reicht vom Führen einer Lasereinheit für das exakte Schneiden von Knochenmaterial in der Orthopädie über das Setzen von Pedikelschrauben und roboterassistierter Endoskopführung bis hin zu minimal invasiver Chirurgie. Diese Vielseitigkeit überzeugte auch die Jury.

KONTAKT: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumgahrt (DLR)

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