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Offshore-Windenergieanlagen

(OWEA) – Bestandsanalyse 2018 (3)

 

Die nächste Ausschreibung für Windenergie auf See wird nach aktueller Gesetzeslage erst im September 2021 im Rahmen des sogenannten zentralen Modells durchgeführt.

 

Ausbauziel und zugewiesene Netzanschlusskapazitäten

Zurzeit ist im Erneuerbare-Energien-Gesetz für die Windenergie auf See als Ausbauziel eine Steigerung der installierten Leistung auf 6,5 GW im Jahr 2020 und auf 15 GW im Jahr 2030 festgelegt. Das für 2020 definierte Ziel ist heute schon beinahe erreicht. Eine Begrenzung des Ausbaus bis 2020 wird durch die im Energiewirtschaftsgesetz definierte maximal zuzuweisende Gesamtleistung von 7,7 GW gesetzt. Diese ist durch Projekte, die eine Netzanschlusszusage vor dem Einsetzen des Ausschreibungssystems erhalten haben, ausgeschöpft.

In den Ausschreibungsrunden des Übergangssystems im April 2017 und im April 2018 gemäß des Windenergie-auf-See-Gesetzes wurden zudem Projekte mit einer Leistung von insgesamt 3,1 GW bezuschlagt, die zwischen 2021 und 2025 in Betrieb genommen werden sollen. Insgesamt wird demnach voraussichtlich eine kumulierte Leistung von 10,8 GW im Jahr 2025 erreicht. Bis 2030 fehlen somit weitere 4,2 GW zur Erreichung des im EEG definierten Ziels. Diese Kapazität soll ab 2021 in Ausschreibungsrunden nach dem zentralen Modell vergeben werden.

 

Aktivitäten in den Offshore-Windenergieprojekten

In Deutschland sind zum 31. Dezember 2018 22 Offshore-Windenergieprojekte (OWP) in Betrieb. Dies schließt die Projekte Arkona und Borkum Riffgrund 2 ein, in denen im Jahresverlauf 2018 alle Anlagen die erste Einspeisung verzeichnen konnten. Hinzu kommen vier weitere OWP, die sich 2018 in Bau befanden und ein Projekt mit vorliegender Investitionsentscheidung.

Im OWP Merkur Offshore wurde die Anlageninstallation abgeschlossen und ein Teil der Anlagen bereits in Betrieb genommen.

Fundamente wurden im Jahresverlauf 2018 in den Projekten Trianel Windpark Borkum II, EnBW Hohe See und Deutsche Bucht errichtet.

Eine finale Investitionsentscheidung liegt zudem für das Projekt EnBW Albatros vor, das zusammen mit EnBW Hohe See realisiert wird. Auch für zwei Pilotanlagen in der Nordsee, die dem Projekt Deutsche Bucht zugerechnet werden, wurde 2018 eine Investitionsentscheidung getroffen. Für die Anlage GICON-SOF liegt eine Netzanbindungszusage vor, jedoch ist noch keine finale Investitionsentscheidung gefallen.

In den beiden Ausschreibungsrunden der Jahre 2017 und 2018 wurden insgesamt zehn OWP bezuschlagt. Sie haben sich somit den Anspruch auf Netzanbindungskapazität gesichert und sollen bis 2025 realisiert werden.

 

Übersicht der Netzanschlusskapazitäten

Zum Ende des Jahres 2018 steht eine Netzanbindungskapazität von etwa 6,8 GW in der deutschen Nord- und Ostsee für Offshore-Windprojekte zur Verfügung. Bis 2020 sollen weitere Netzanbindungssysteme mit zusammen 1,4 GW in Betrieb gehen. Bis 2025 sind zusätzliche Kapazitäten von 3,45 GW vorgesehen.

Für die OWP, die im zukünftigen zentralen System ab 2026 umgesetzt werden, wird der durch das BSH zu erstellende Flächenentwicklungsplan (FEP) Grundlage zur Bestimmung des Bedarfs an Offshore-Anbindungsleitungen sein. Der FEP liegt bisher im Entwurf vor und soll bis Ende Juni 2019 finalisiert werden.

Monatliche Stromerzeugung und Marktwerte

Im Jahr 2018 speisten die deutschen OWP gemäß der Berechnungen des Fraunhofer ISE 18,8 TWh Strom ins Netz ein. Dies entspricht einer Steigerung der eingespeisten Offshore-Energie um 8% gegenüber dem Vorjahr. Damit hat Offshore-Windenergie in 2018 einen Anteil von rund 3,5% an der öffentlichen Stromversorgung. Die Hochrechnungsdaten der ÜNB zur Erzeugung liegen etwas höher.

Die durchschnittlichen, mengengewichteten Strommarkt-Erlöse je Kilowattstunde für Anlagen auf See (Monats-Marktwerte) stiegen im Jahresverlauf deutlich über das Vorjahresniveau an. Der durchschnittliche mengengewichtete Marktwert stieg dabei von 3,0 ct/kWh in 2017 um 37% auf 4,1 ct/kWh in 2018. Im Januar 2018 lag der Wert noch bei 2,5 ct/kWh, im November wurde das Maximum des Jahres mit einem Marktwert von

5,4 ct/kWh erreicht.

 

Quellen: Bundesverband WindEnergie e.V. www.wind-energie.de 

Bundesverband der Windparkbetreiber e.V, www.bwo-offshorewind.de 

Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE, www.offshore-stiftung.de

VDMA Power Systems, www.vdma.org

WAB e.V. , www.wab.net 

Deutschen WindGuard´, www.windguard.de

Bearbeitung: Wolfgang Klinker. Klinker@industry-focus.info

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Ausbauverteilung auf Nord- und Ostsee

Rechts: Entwicklungsstatus der Offshore-Leistung mit erwartetem Zubau bis 2030

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Bestehende und geplante Netzanbindungen (bis zum Konverter bzw. Bündelungspunkt) in der Nord- und Ostsee (Datenbasis: Entwurf FEP, O-NEP 2030 (2. Entwurf, Bestätigung und Umsetzungsbericht), eigene Recherche der Deutsche WindGuard

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