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Offshore-Windenergieanlagen                                      (OWEA) – Bestandsanalyse 2018 (2)

 

Anlagenkonfiguration und Fundamenttypen

Der Zubau 2018 ist durch ein deutliches Größenwachstum der Windenergieanlagen auf See gekennzeichnet. Die im Jahr 2018 in Betrieb genommenen Anlagen weisen eine mittlere Nennleistung von über 7 MW auf. Im Vergleich zu den Installationen des Vorjahres wachsen auch der Rotordurchmesser und die Nabenhöhe. Die durchschnittliche spezifische Flächenleistung sinkt gegenüber dem Vorjahr etwas.

Für die meisten der im Jahr 2018 installierten Gründungen der OWEA werden Monopiles eingesetzt. Dies entspricht dem Trend der vergangenen Jahre. Die zweite im Jahresverlauf verwendete Fundamenttechnologie sind sogenannte Suction Bucket Jackets, die zum ersten Mal in größerer Anzahl in einem deutschen Projekt zum Einsatz kommen.

Den Gesamtbestand betrachtend bleiben Monopiles die mit Abstand am häufigsten eingesetzte Technologie. An zweiter und dritter Stelle stehen Jackets und Tripods, die im aktuellen Zubau jedoch keine Rolle spielen.

 

Wassertiefe und Küstenentfernung

Die Wassertiefe und Küstenentfernung der OWEA-Projekte in Deutschland variiert deutlich. Einige Projekte befinden sich kaum mehr als 20 km vom Festland entfernt, während die Projekte in den Clustern der Zone 2 deutlich über 100 km vom Festland entfernt liegen. Auch die Wassertiefen unterscheiden sich entsprechend.

Ein Teil der aktuell in Bau befindlichen bzw. im Jahresverlauf 2018 realisierten Projekte liegt hinsichtlich Wassertiefe und Küstenentfernung im mittleren Feld der Bestandsprojekte. Es handelt sich dabei um die Projekte im Nordsee-Cluster 2 sowie in der Ostsee. Die in den Nordsee-Clustern 6 und 8 umgesetzten Projekte weisen eine deutlich größere Küstenentfernung und Wassertiefe auf. Sie gehören damit bisher zu den am weitesten vom Festland entfernten Projekten in etwa 40 m Wassertiefe.

 

Verteilung auf die Bundesländer sowie Nord- und Ostsee

Im Jahresverlauf 2018 sind sowohl in der Nord- als auch in der Ostsee OWEA in Betrieb gegangen. In der Ostsee sind derzeit keine weiteren Anlagen im Bau. In der Nordsee hingegen stehen zum Jahresende 2018 sowohl Anlagen ohne Netzeinspeisung als auch Fundamente ohne Anlagen zur weiteren Umsetzung bereit und an weiteren Anlagenstandorten stehen Arbeiten bevor.

Insgesamt beträgt die einspeisende Kapazität in der Nordsee zum Jahresende 5.306 MW und in der Ostsee 1.076 MW.

Hinsichtlich der Verteilung auf die Bundesländer (Zuordnung anhand der Lage des Netzanschluss-punktes) ist der Großteil der installierten Leistung Niedersachsen zuzuordnen. Der Anteil der Anlagen, die dabei im Küstenmeer errichtet sind, ist im Vergleich zu den Anlagen in der AWZ gering.

Ausschreibungsergebnisse im Übergangssystem

In zwei Ausschreibungsrunden im April 2017 und April 2018 wurden insgesamt 3,1 GW der bis 2025 verfügbaren Offshore-Netzanschlusskapazität vergeben. Teilnahmeberechtigt waren ausschließlich Projekte innerhalb des 

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© Alphs Ventus,  Offshore-Windpark bei Borkum

Küstenmeeres sowie in den Zonen 1 und 2, die bereits vor dem 1. August 2016 genehmigt oder erörtert wurden.Zuschläge erhielten jeweils die Projekte, die die geringsten Gebotswerte je Kilowattstunde abgaben. Die bezuschlagten Projekte sollen von 2021 bis 2025 in Betrieb genommen werden, dabei orientiert sich der jeweilige von den Akteuren geplante Inbetriebnahmezeitpunkt an der Verfügbarkeit der Netzanbindungen.

Die Gebotswerte der bezuschlagten Projekte beider Runden betragen zwischen 0 ct/kWh und 9,83 ct/kWh. Im kapazitätsgewichtetem Mittel liegt das Zuschlagsniveau der Runde in 2017 mit 0,44 ct/kWh deutlich unter dem in 2018 mit 4,66 ct/kWh.

WEA-Offshore-Grafik

Übersichtskarte Offshre-Windenergie in Deutschland 2018 (© Karte: Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE)

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