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Die Desertec Foundation

Die Desertec Foundation ging am 20. Januar 2009 aus dem TREC-Netzwerk (Trans-Mediterranean Renewable Energy Cooperation) hervor. Die gemeinnützige Stiftung wurde mit dem Ziel gegründet, die Umsetzung des Desertec-Konzeptes global zu verbreiten und voranzutreiben. Stiftungsgründer sind die Deutsche Gesellschaft Club of Rome e. V., Mitglieder von TREC sowie private Förderer und langjährige Unterstützer der Desertec-Idee.  Sie ist in Berlin als Stiftung registriert, ihren Sitz hat sie in Hamburg. Die Desertec Foundation hat zwei Vorstände: Andreas Huber und Manfred Bohnen, ehemaliger Vorstandsvorsitzender sowie Vorstandsmitglied und Finanzvorstand zahlreicher Konzerne, zum Beispiel der Konrad Hornschuch AG, der Jägermeister AG oder der TUI AG.

Am 22. Mai 2015 begann die Desertec Foundation gemeinsam mit ihrem neuen Kuratoriumsvorsitzenden Roland Berger die nächste Phase der Realisierung der globalen Vision. Nachdem die Dii GmbH die Machbarkeit der Vision aus Industrieperspektive in mehreren Reports bestätigte, sieht die Stiftung die Vision nun in der Implementierungsphase. Berger schloss hierfür am 22. Mai 2015 einen Generationenvertrag mit Jugendlichen aus aller Welt mit der Zielsetzung, einerseits Wüstenstrom für den lokalen Verbrauch zu produzieren, andererseits dafür Bewusstsein zu schaffen, dass Wüstenstrom auch Industrienationen helfen kann, deren nationale Energiewende zu beschleunigen

Der Strom kommt doch aus der Wüste

 

Nach dem frühen Aus für das hoffnungsvolle Energie-Projekt Desertec erfolgte nun bereits in Marokko die Premiere für den Wüstenstrom: Denn in Marokko wird seit 2016 das solarthermische Kraftwerk NOR I betrieben, wobei dort das technologiosche Konzept der Desertec-Zielsetzung.angewendet wird.

 

Die Zielsetzung war gigantisch, die Prognosen euphorisch: Das visionäre Energie-Projekt Desertec sollte in vielerlei Hinsicht wegweisend für die Energieversorgung der Zukunft sein. Einerseits sollte Desertec richtungweisend für weltweite Energieprojekte werden, in dem die Sonnenenergie der Wüstenregionen dieses Planeten mittels Solarthermie und deren generatorische Umwandlung  in elektrische Energie gegen die CO2-Problematik und die Erderwärmung genutzt werden sollte. Des weiteren sollten die Infrastrukturen und wirtschaftlichen Prozesse der Staaten, in denen die Solar-Kraftwerke errichtet und betrieben werden sollten, entwickelt und stabilisiert werden.  Und der steigende Bedarf an elektrischer Energie im dichtbesiedelten Europa sollte ebenfalls durch den sauberen Wüstenstrom umweltgerecht  gedeckt bzw. ergänzt werden. Doch das Wüstenstrom-Anlage Desertec ist grandios gescheitert, obwohl die technologischen Voraussetzungen weitgehend geklärt zu sein schienen.

Denn für die mit großen Hoffnungen gestartete internationale Desertec Industrial Initiative (Dii) kam bereits nach fünf Jahren das Aus. »Der Zusammenschluss von 35 internationalen Konzernen konnte sich nach Angaben aus Gesellschafterkreisen nicht auf eine Fortführung in bisheriger Form einigen«, berichtete damals die Wirtschaftspresse im Jahr 2014. Quasi parallel zu den wirtschaftlichen Problemen gehörten auch die zunehmend instabilen politischen Gegebenheiten in Nordafrika zu den Gründen, die ehrgeizigen Pläne nicht weiter zu befolgen. Die politische Situation in Nordafrika ist nach wie vor sehr fragil. Der arabische Frühling machte z. B. bewusst, wie angreifbar solche großflächigen Anlagen sind, wie auch Desertec eine wäre.

Die Desertec-Stiftung steigt aus dem Wüstenstrom-Projekt aus, so lauteten im Oktober 2014 die Schlagzeilen. Doch Insider berichtete, dass die ertragsorientierten Erwartungen der Gesellschafter und die eher idealistisch anmutenden Ziele der Desertec-Stiftung nicht kongruent waren, und so gab es interne Spannungen und Streiteren. Die Desertec Stiftung untersagte letztlich der Dii, den Begriff Desertec weiter zu verwenden.Als offizieller Grund für das Scheitern wurde später der finanzielle »Engpass« der Dii genannt: Die Zusage für einen neuen Etat von rund zwei Millionen Euro wurde von den Gesellschaftern bei der Desertec-Jahreskonferenz nicht beschlossen. Dabei wollten die Gesellschafter, zu denen u. a. Konzerne wie die Deutsche Bank, Munich Re, ABB, Bosch-Rexroth und Siemens sowie RWE und E.ON gehörten, ursprünglich bis zum Jahr 2050 rund 400 Milliarden Euro in den Bau Hunderter Öko-Kraftwerke in Nordafrika und dem Nahen Osten investieren und später dann mindestens 15 % des von Wind- und Sonnenkraftwerken in der Sahara erzeugten Stroms nach Europa exportieren.  Aber die Projekte kamen kaum voran, Siemens und Bosch stiegen bereits 2012 aus dem Gemeinschaftsprojekt Dii aus, und weitere negative Schlagzeilen häuften sich. Im Sog der negativen Berichterstattung wurde über die Führungskrise und Orientierungslosigkeit des Industriekonsortiums berichtet. Andere Gesellschafter folgten später dem Beispiel von Bosch und Siemens.

Am 14. Oktober 2014 wurde die Verkleinerung der DII-Initiative bekannt gemacht. Die verbliebenen 17 Gesellschafter beschlossen, die Planungsgesellschaft aufzulösen und die Zentrale von München nach Dubai zu verlegen, um durch die räumliche Nähe eine optimale Förderung der initiierten Projekte zu gewährleisten. Ein kleiner Teil der Gesellschaft wurde in eine Beratungsfirma umgewandelt, die wiederum von drei Gesellschaftern unterstützt wurde. Das Desertec Industriekonsortium wurde in der Folge organisatorisch reduziert, geografisch umgesiedelt und restrukturiert.  Inzwischen firmiert es als Dii Desert Energy http://dii-desertenergy.org/

Die Technik der solarthermische Stromerzeugung wurde vom Deutschen Zentrum für Raum- und Luftfahrt (DLR) am Standort Jülich entwickelt und in einem Versuchskraftwerk in Spanien erprobt. Die Solarthermie eignet sich aufgrund der Regel- und Speicherbarkeit insbesondere für den Netzausgleich bei schwankender Erzeugung (Wind und Photovoltaik).

Weitere Berichte informieren über die Kraftwerke in Marokko, Tunesien und der Mongolei

Qualitätskontrolle für Solarkraftwerke aus der Luft

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