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Die dezentrale, intelligente Stromversorgung

 

Die Energieversorgung stellt jede Volkswirtschaft vor große Herausforderungen. Sowohl die politischen als auch die realen infrastrukturellen Abhängigkeiten sind ebenso zu berücksichtigen, wie die erforderliche Erneuerung der Energienetze. Insbesondere der Bereich der elektrischen Energie verdeutlicht dringenden Handlungsbedarf.

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Die bisher dominierende Erzeugung elektrischer Energie in Großkraftwerken ist bereits aufgelöst durch die ständig wachsenden Energiemengen aus den dezentralen Anlagen für Erneuerbare Energien. Ob Offshore oder Onshore betriebene Windenergieanlagen, ob Photovoltaikanlagen oder die zukünftige Anbindung der geplanten Energieanlagen in Nordafrika, all diese bereits vorhandenen Realitäten und zukünftigen Gegebenheiten erfordern neue Netzwerke, die sowohl für den großräumigen Energiefluss als auch für die Energieverteilung auf der untersten lokalen Fläche geeignet sind. Diese Stromnetze müssen in der Lage sein, den Transport großer Energiemengen ebenso durchzuführen wie auch die Bedarfe der privaten, der öffentlichen sowie der industriellen Stromabnehmer zu bedienen. Selbst die Überlegungen, die Netze für die Energiearten Strom- und Gas zu verknüpfen, münden in die Notwendigkeit einer neuen leistungsfähigen Netzinfrastruktur ein. Darüber hinaus müssen auch neue Technologien zur Energiespeicherung und Energieeffizienzsteigerung Berücksichtigung finden.

Eine Vielzahl von Organisationen und Unternehmen befassen sich mit diesem Aufgabenbereich. Die Zuständigkeiten sind wechselnd: Sowohl die Europäische Union und deren Europäische Kommission als auch die nationalen Einrichtungen der EU-Mitgliedsstaaten sind diesbezüglich benannt. Des Weiteren befasst sich eine Vielzahl von Organisationen und Unternehmen mit diesem Aufgabenbereich. Sie alle haben erkannt, dass es dringend notwendig ist, Technologien und Dienstleistungen für die sich derzeit dramatisch verändernde Stromversorgung zu entwickeln und gemeinsam prototypisch umzusetzen und zu vermarkten, um damit Synergieeffekte für die Netzwerkpartner zu erschließen.

 

Versorgungstrassen im Fokus

 

Zu den zukunftsfähigen Techniken für eine leistungsfähige Versorgung mit elektrischer Energie gehört die Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ).

Die HGÜ wird aufgrund der geringeren Verluste für längere Übertragungstrassen genutzt, beispielsweise in China. Sie ist zudem die erklärte Technik für die »Anlandung« der elektrischen Energie von Offshore-Windenergieanlagen. Und sie wäre die geeignete Technik für die hierzulande notwendigen Nord-Süd-Trassen sowie die Verbindungen der konventionellen, stationären Kraftwerksanlagen hin zu den Ballungsgebieten von Industrie und privaten sowie anderen Bedarfsträgern. Aber HGÜ ist für die breite Bevölkerung und leider auch für viele politische Verantwortliche neu oder unbekannt, und dementsprechend findet sie nur wenig Aufmerksamkeit.

Zu den marktführenden HGÜ-Spezialisten gehört die Siemens AG, die bereits weltweit HGÜ-Anlagen errichtet hat. Zuletzt meldete Siemens die Fertigstellung einer Stromrichterstationen für HGÜ-Verbindungen zwischen Estland und Finnland. Diese erhöht die Übertragungskapazität zwischen beiden Ländern um das Dreifache. Für diese neue HGÜ-Verbindung zwischen Estland und Finnland (EstLink 2) errichtete Siemens Energy die Stromrichterstationen im estnischen Püssi und im finnischen Anttila. Mit einer Übertragungsleistung von 650 MW bei einer Gleichspannung von 450 kV erhöht das HGÜ-System die Stromübertragungskapazität zwischen den baltischen und den nordischen Ländern von 350 MW auf 1.000 MW. Zudem verbessert die HGÜ-Verbindung die Zuverlässigkeit der Stromversorgung. Die Leistung zwischen den beiden Stationen fließt über eine 14 km lange Freileitung, ein 145 km langes Seekabel durch den finnischen Meerbusen und ein 12 km langes Landkabel. Auftraggeber sind der Energieversorger Fingrid, Helsinki, und der estnische Stromnetzbetreiber Elering, Tallin. Der Gesamtauftragswert des EU-teilfinanzierten Projektes liegt bei 320 Mio. EUR, wobei der Siemens-Anteil rund 100 Mio. EUR ausmacht. Der Betrieb der Stromrichterstationen beginnt Anfang 2014.

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