Wind
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Windenergie boomt weltweit

 

Siemens erhält in den USA den bislang größten Auftrag für Windenergieanlagen an Land. Doch die WEA-Technologie zeigt beim Bestreben »Größer, höher, mehr Leistung« auch gefährliche Schwachstellen.

 

Mitte Dezember 2013 informierte Siemens über den Erhalt des bislang größten Auftrags für Windenergieanlagen an Land. Dieser Auftrag des US-Energieversorgers MidAmerican umfasst 448 Windenergieanlagen, für die Siemens insgesamt 1.344 Rotorblätter an fünf Projekte im Bundesstaat liefern. Wird. Aneinandergereiht würden die 53 m langen Rotorblätter über eine Strecke von 71 km reichen – das entspricht der Entfernung zwischen München und Ingolstadt. 

Ein einzelnes Rotorblatt für die SWT-2.3-108 Windenergieanlagen, die MidAmerican bestellt hat, wiegt etwa 10 t. Das entspricht zwei ausgewachsenen Elefantenbullen – allerdings verteilt auf eine Blattlänge von 53 m. Die Hauptmaterialien für die Herstellung der Rotorblätter sind Epoxidharz, Glasfaser, Balsaholz und Lack. Über 80 % der Fertigungsmaterialien, die in der Siemens-eigenen Produktion in Fort Madison, Iowa, eingesetzt werden, stammen direkt aus den USA. 

Die vom US-Energieversorger MidAmerican bestellten 448 Windenergieanlagen sind für fünf Projekte in Iowa bestimmt. Mit einer Gesamtleistung von 1.050 MW sollen sie sauberen Strom für etwa 320.000 amerikanische Haushalte liefern. Windenergieanlagen von Siemens kommen in vielen Windkraftwerken in den USA zum Einsatz – seit 2008 hat Siemens Anlagen mit mehr als 1,2 GW Leistung an MidAmerican Energy geliefert.

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Für die 448 Windenergieanlagen wird Siemens insgesamt 1344 Rotorblätter an fünf Projekte im Bundesstaat liefern. Erste Rotorblätter werden per Eisenbahn aus dem neuem Werk in Fort Madison/USA ausgeliefert

Windenergie liefert auch Grundversorgung

 

Laut Siemens ist Iowa einer der führenden US-Bundesstaaten im Bereich der Windenergie, denn im Jahr 2012 lieferten dort Windenergieanlagen bereits rund 24 % der gesamten Stromerzeugung. Insgesamt hat Siemens für MidAmerican bereits 1,2 GW an Windleistung installiert. Den aktuellen Folgeauftrag mit eingerechnet können diese Windenergieanlagen Siemens Angaben zufolge nach ihrer Fertigstellung im Jahr 2015 mehr als 660.000 amerikanische Haushalte mit sauberer Energie versorgen.

Windenergie und der dazugehörige Service sind Teil des Siemens-Umweltportfolios. Rund 43 % des Konzernumsatzes entfallen auf grüne Produkte und Lösungen. Das macht Siemens nach eigenem Bekunden zu einem der weltweit größten Anbieter von umweltfreundlicher Technologie.

 

Problematische Technologie und präventive Sorgfalt

 

Die für den MidAmerican-Auftrag bestimmten Windenergieanlagen des Typs SWT-2.3-108 sind aktuell in der Diskussion, genauer gesagt die Rotoren mit ihren Rotorblättern. Bereits am 5. April 2012 entdeckte ein Service-Techniker ein auf dem Boden liegendes zerstörtes Rotorblatt von einem der 87 WEA´s im MidAmerican-200 MW-Windpark Eclipse in Iowa. Siemens beauftragte daraufhin ein vielköpfiges Expertenteam mit der Analyse der Unfallursache. Doch knapp ein Jahr danach ereignete sich am 16. Mai 2013 ein weiterer Störfall, dieses Mal im Pattern Energy's Ocotillo Projekt in Kalifornien, in dem 94 Windenergieanlagen des Typs SWT-2.3-108 von  Siemens mit der Leistung von 265 MW in Betrieb waren.

Für die weltweit im Einsatz befindlichen rund 700 WEA, in denen die Rotorblätter des Typs B53 in den Rotoren verbaut sind, wurden von Siemens zunächst vorsorglich »beruhigende« Betriebsbedingungen angeordnet, d. h. die Rotordrehzahl wurde begrenzt und somit auch die erzeugte elektrische Energie reduziert. In der nachfolgenden Analyse bestätigten auch unabhängige WEA-Experten, dass nicht das Design des Rotorblatts, sondern Fertigungsfehler die Ursache für die beiden Störfälle waren. Siemens will die in Betrieb befindlichen 700 WEA alle sukzessive überprüfen und – sofern Schwachstellen erkennbar sind – reparieren bzw. sanieren.

 

Gebotene Aufmerksamkeit

 

Störfälle dieser Art sind spektakulär und werden mit größter Aufmerksamkeit registriert und beobachtet.- Zum Glück sind die hier berichteten Störfälle ohne Schäden für Menschen, Tiere, Fahrzeuge und Anlagen ausgegangen. Im Social Media Kanal YouTube findet sich eine Vielzahl von Videoaufnahmen solcher Unglücksfälle, und erstaunlich ist, dass gerade für Störfälle sehr viel Interesse besteht, denn die Klickraten sind allesamt außergewöhnlich hoch.

Wolfgang Klinker

 

KONTAKT

Siemens-Sektor Energy

www.siemens.de/energy

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