Technologie 4
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300 km Fernsicht über den Himalaya: In der Bildmitte der Mount Everest (8.848 m). Rechts der Lhotse (8516 m). Die DLR-Spezialkamera MACS (Modular Aerial Camera System) ist in einem Kamerabehälter unter der Tragfläche einer Stemme S10 VTX montiert.

Quelle: Klaus Ohlmann

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Flug mit Motorsegler am Mount Everest

http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-9415/year-all/#gallery/13555

Flug am Mount Everest

 

Erstmals wurde ein Flug mit einem Motorsegler und einer 3D-Kamera am Mount Everest für messtechnische Ziele durchgeführt.

 

Einem deutschen Team aus Piloten des Mountain Wave Project (MWP) und Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist eine Premiere am höchsten Berg der Welt gelungen. Erstmals flogen sie in einem Motorsegler am 8.848 m hohen Mount Everest entlang - mit an Bord eine 3D-Spezialkamera. Das im DLR-Schwerpunkt Sicherheitsforschung entwickelte neuartige Kamerasystem liefert die Grundlage für ein hochgenaues 3D-Modell der nepalesischen Everest Region mit einer Auflösung von bis zu 15 cm. Hangrutschungen und Überflutungen durch Gletscherseeausbrüche können mit den Aufnahmen besser vorhergesagt werden.

Eineinhalb Stunden Anflug benötigten MWP-Rekordpilot Klaus Ohlmann und Copilot Jona Keimer. Am 28. Januar 2014 flogen sie vom Basislager der Expedition am Flughafen von Pokhara in Nepal entlang des Himalaya bis zum Mount Everest. Dort nutzten sie atmosphärische Schwerewellen, sogenannte Mountain Waves, um schrittweise an Höhe zu gewinnen: »Trotz Windgeschwindigkeiten am Everestgipfel um 100 km/h waren die Bedingungen ideal«, berichtet Pilot Klaus Ohlmann. »Ausgeprägte und an diesem Tag nahezu turbulenzfreie Hangaufwinde halfen uns schnell aufzusteigen.« In einem Behälter unter der Tragfläche leistete die DLR-Spezialkamera MACS (Modular Aerial Camera System) ihre wissenschaftliche Arbeit über dem Dach der Welt.

DLR-Projektleiter Jörg Brauchle freut sich über die einwandfreie Funktion des 3D-Kamerasystems in Höhen über 8.000 m: »Die Piloten haben großartige Arbeit geleistet. Wir konnten in eineinhalb Stunden alle geplanten Bereiche der nepalesischen Everestregion befliegen, darunter die berühmte Rettungsroute zwischen Lukla und dem Mount Everest.« Brauchle und seine Kollegen vom DLR-Institut für Optische Sensorsysteme können nun an den heimischen Rechnern das Khumbu-Tal sowie angrenzende Gletscher Schritt für Schritt modellieren. »Das Khumbu-Tal ist für uns wissenschaftlich besonders interessant, weil hier unsere internationalen Partner von ICIMOD Testfelder betreiben und die Hänge und Gletscher der Gegend bereits seit vielen Jahren untersuchen.« Auf diese Weise liegen wertvolle Vergleichsmessungen für die jetzt gewonnen 3D-Aufnahmen vor. Die neuen hochpräzisen 3D-Daten ermöglichen es den Gletscherforschern, umfassende und präzise Analysen für den Katastrophenschutz zu erstellen.

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