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Großes Potenzial drahtloser Sensorik durch Transpondertechnik

Transpondersysteme werden in der einfachsten Variante als Identifikations- oder Speichermedium genutzt. So können durch die Erweiterung mit Sensoren zusätzliche Informationen über Objekte oder deren Umgebung gewonnen werden. Vor allem im Handels- und Logistikbereich können dadurch neuartige Systeme und Konzepte, beispielsweise zur Warenkontrolle, eingesetzt werden. Im technischen Bereich sind miniaturisierte autonome Messsysteme und in der Medizintechnik komplexe implantierbare Diagnosesysteme realisierbar.

Das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS hat Anwendungen der RFID-Technologie für Mikrosysteme entwickelt. Damit lassen sich kleine energieautarke Systeme für unterschiedliche Anwendungen entwickeln, die dann drahtlos passiv als Messsystem arbeiten können. Die am Fraunhofer IPMS entwickelte Transponder-Plattform verknüpft einen RFID-Tag mit Sensoren und einem Mikrocontroller. Für alle Frequenzbereiche von 125 kHz (LF) bis zu 900 MHz (UHF) bietet das IPMS entsprechende Lösungen an.

Durch die Entwicklung der Mikrosystemtechnik ist es möglich, Implantate, z. B. künstliche Hüftgelenke, mit Mess- und Überwachungsfunktionen auszustatten. Ein zentrales Problem ist dabei aber immer die Energieversorgung im Körper. Gerade bei Langzeitimplantaten eignet sich daher der Einsatz der Transpondertechnologie. Dabei wird die zur Messung notwendige Energie drahtlos von außen mittels magnetischer Kopplung zum Implantat übertragen. Am Fraunhofer IPMS wurde auf Basis dieser Technologie eine Plattform entwickelt, die die Elektronik im Implantat mit Energie versorgt und gleichzeitig Messdaten auslesen kann. Basis der Technologie ist ein Low-Frequency-Transponderschaltkreis. Die gewählte Trägerfrequenz von 125 kHz gewährleistet, dass dem Implantat ausreichend Energie zur Verfügung steht. Der Schaltkreis enthält neben den Transponderbaugruppen auch einen frei programmierbaren Mikrocontroller mit Anschlussmöglichkeiten für digitale oder analoge Sensoren sowie Aktoren.

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Mit dieser Lösung kann beispielsweise eine kontinuierliche Messung von Temperatur, Druck, Beschleunigung oder pH-Wert durchgeführt werden. Auch die gleichzeitige Signalaufbereitung und Auswertung der Messergebnisse im Implantat ist möglich.

Doch nicht nur in der Medizintechnik kommt die Transpondertechnik zum Einsatz, im technischen Bereich lassen sich damit miniaturisierte autonome Messsysteme realisieren. Ein praktisches Beispiel ist die Temperaturüberwachung auf Stromschienen in Schaltschränken. Dazu werden die Ultra-High-Frequency (UHF) RFID-Transponder des Fraunhofer IPMS mit Temperatursensoren in den Schaltschränken der Luxemburger Köhl AG eingesetzt. Eine solche Messung ermöglicht die draht- und batterielose Überwachung von Schraubverbindungen der Stromschienen. Lockern sich diese, so erhöht sich der elektrische Übergangswiderstand, der die Kontaktstelle aufheizt und im Extremfall zu einem gefährlichen Lichtbogen führt. Mit den Sensor-Transpondern des Fraunhofer IPMS kann eine solche Entwicklung beobachtet und rechtzeitige Wartungsmaßnamen ermöglicht werden.

Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS, www.ipms.fraunhofer.de

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